Revolution der Farben

   
 

Welcher Maler würde sich ausschließlich auf zwölf Grundfarben beschränken wollen?
Ihre Vielfalt, ihre Nuancierungen, ihre feinen
Abstimmungen aufeinander machen die Farben lebendig und ein Bild zum Erlebnis.


Ob Soundsynthese oder Sampling - was die Klangfarben betrifft, hat sich in den letzten Jahren eine atemberaubende Entwicklung abgespielt.
Doch hinsichtlich der Tonstufen befinden wir uns noch immer im 19.Jahrhundert. Unsere Vorstellung von Tonstufen, Tonskalen und Akkorden wird nach wie vor geprägt von den weißen und schwarzen Tasten des Klaviers, die wie selbstverständlich auf das Keyboard übergegangen sind.

Schwarz und weiß, 7 weiße und 5 schwarze Tasten, zusammen 12 Tasten pro Oktave. Dabei wissen wir heute, daß es weitaus mehr Töne gibt als jene 12, daß die manchmal nur geringfügigen Abweichungen von den starren Tonstufen die Farbigkeit und Lebendigkeit eines Musikstücks ausmachen, und daß es überdies außerhalb Europas - und selbst in Europa! - Tonsysteme gibt, die sich beträchtlich von unserem gebräuchlichen temperierten System unterscheiden. Der Einfluß solcher Tonsysteme wird spürbar, wie auch das Interesse an Ethno-Music wächst - die Welt der Musik ist umso vieles bunter, farbenreicher, als daß wir sie in ein System von schwarzen und weißen Tasten pressen könnten.

Durchbruch in eine neue Tastendimension

Mit dem neuen keyboard stehen alle diese farbigen Töne zur Verfügung. Dazu wurde eine Klaviatur entwickelt, die auf die Anatomie der Hände genauso Rücksicht nimmt wie auf die Vorgabe, daß verschiedene Tonsysteme mit unterschiedlichsten Tonhöhen auf einfache Weise zu realisieren sind.

Ihr zu Grunde liegt die Naturtonreihe: alle darin enthaltenen Tonhöhen sind ganzzahlige Vielfache einer Grundfrequenz, der Frequenz des Grundtons, der den ersten Naturton darstellt. Weil die Frequenzverdoppelung einer Oktavierung gleichkommt, erscheint der Grundton in seiner Oktavierung in der doppelten, vierfachen, achtfachen, sechzehnfachen Grundfrequenz wieder, oder einfacher: in den Tönen mit der Tonzahl 2,4,8,16,32 und so fort. Zwischen diesen Oktaven liegen die anderen Töne der Naturtonskala, deren Anzahl sich ebenfalls von Oktave zu Oktave verdoppelt:

 
 

Diese werden analog auf die Tasten des NewKeyboard übertragen.

 


Die Spielfläche der neuen Tastatur läßt sich in der Vertikalen in drei Felder aufteilen:
Im unteren Bereich befinden sich die vier harmonischen Töne (4,5,6,7),
im mittleren Bereich die 8 melodischen, melodie-, aber auch harmoniebildenden Töne (8 - 16),
und im oberen Bereich die 16 chromatischen Töne 16 - 32).

Für höhere Naturtöne (32 - 64) steht eine zusätzliche, mit Sensortasten ausgestattete Skala zur Verfügung, deren einzelne Töne bis zur Größe eines Achteltons abrufbar sind (mikrochromatischer Bereich). Diese Skala wird vor allem für die additive Klangsynthese benötigt.

Um die vielen Möglichkeiten von Kombinationen, Koppelungen und Mixturen zu nutzen (Spieltechnik), ist das neue keyboard mit mindestens zwei Manualen ausgestattet. Das Wechseln der Manuale erleichtert überdies das Spiel mit unterschiedlichen, rasch aufeinander folgenden Grundtönen und deren Tonreihen und gibt mehr Gelegenheit zu spontanem Musizieren und Improvisieren.